Agnes Klein

Nicht erst seit der Einführung des Bundeskinderschutzgesetzes ist es die vorrangige Aufgabe der staatlichen Gemeinschaft, Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen und „sichere Orte“ für sie zu schaffen.

Doch egal ob in der Schule, im Sportverein, in der Ferienfreizeit oder in Heimen – besonders Jugendliche und junge Erwachsene erleben heute an vielerlei „unsicheren Orten“ sexualisierte Gewalt durch Erwachsene oder auch durch gleichaltrige oder ältere Jugendliche.

Zartbitter ist es mit dem Modellprojekt „Sichere Orte schaffen. Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Jugendarbeit“ gelungen, kreative Informationsmaterialien gegen sexuelle Belästigung und sexuellen Missbrauch für junge Menschen und Fachkräfte der Jugendhilfe zu entwickeln.

Besonders positiv finde ich, dass Mädchen und Jungen, junge Frauen und Männer als Experten und Expertinnen ihrer eigenen Lebenswelt bei der Erstellung der inklusiven Präventionsmaterialien und der Entwicklung von institutionellen Schutzkonzepten durch Zartbitter beteiligt wurden. Somit sprechen die entwickelten Informationsmaterialien nicht nur die Sprache der Betroffenen, sondern werden auch deren Mediengewohnheiten gerecht und erreichen somit hoffentlich viele junge Menschen.

Doch auch für Fachkräfte wurden unverzichtbare Arbeitshilfen für die Entwicklung von institutionellen Schutzkonzepten entwickelt. Dies kommt nicht nur der gesetzlichen Verpflichtung des Bundeskinderschutzgesetzes nach Qualitätsentwicklung nach, sondern stellt außerdem einen wichtigen Schritt für die Schaffung „sichererer Orte“ in unseren Institutionen der Jugendhilfe dar.

 

Frau Dr. Agnes Klein ist Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln.